Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.
Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.

 



Düngung von Obstgehölzen

 

Ziel der Düngung ist eine ausgewogene Ernährung.

Nur mit gut ernährten Bäumen lassen sich gute Fruchtqualitäten und regelmäßige Erträge erzielen. Gut ernährte Bäume sind widerstandsfähiger und weniger anfällig für Stress.

Fehler bei der Düngung führen aber zu Störungen im gesamten Ökosystem und lassen sich nur schwer wieder beheben. Deshalb ist es wichtig hier überlegt vorzugehen. Die Bedeutung bedarfsorientierter Düngung zeigt sich darin, dass sowohl Unter- als auch Überversorgung zu Problemen führt.

 

 

Überversorgung

 

 

Nähstoff

 

Unterversorgung

 

schlecht 

haltbar, wüchsig, anfällig

 

 

Stickstoff

 

kleine
  Früchte, geringer Ertrag

 

 

 

Phosphor

 

Blütenqualtät
  und Haltbarkeit schlecht

 

 

Stippe

 

Kalium

 

Kleine
  Früchte, säurearm, schlecht haltbar

 

 

Stippe

 

Magnesium

 

Gelbe
  Blätter, Blattfall, zuckerarme Früchte

 

 

 

Calcium

 

Stippe,
  weiche Früchte

 

 

Blattrandnekrosen

 

Bor

 

Blütenqualität

 

 

 

 

Düngung von neu gepflanzten Obstbäumen und Beerensträuchern

 

Wenn man den Erdaushub eines möglichst geräumigen Pflanzloches mit verrottetem

Stallmist, Kompost oder Pflanzerde gut vermischt über die Wurzeln füllt, wird ein Teil des Nährstoffbedarfs aus diesen organischen Quellen geliefert. In den ersten 3 bis 4 Jahren wird die Pflanzstelle (Baumscheibe mit etwa 60 cm Durchmesser) jährlich mit etwa 10 g Blaukorn oder 15 g Hornoska bestreut. Bester Zeitpunkt für diese Düngung ist Anfang April.

Zur Unterdrückung von Unkräutern empfiehlt es sich, die Baumscheibe über den Sommer mit organischem Material zu mulchen. Es sollte kein frisches Holzhäcksel aufgebracht werden, da dieses bei der Verrottung den Stickstoff aus dem Boden verbrauchen, der dann den Pflanzen fehlt. Bei Verwendung von reifem Kompost zur Düngung eines Obstbaumes oder Beerenstrauches reichen in den ersten Standjahren 1 bis 1,5 Liter pro Baum bzw. Strauch im Jahr. Damit ist der Phosphor- und Kalibedarf abgedeckt; es muss nur noch Stickstoff ausgebracht werden: pro Baum bzw. Strauch gibt man entweder 10 g Hornmehl oder 6 g Kalkammonsalpeter.

  

 

Ältere Bäume und Sträucher im Vollertrag

 

Kleinkronige Obstbäume oder -sträucher stehen oft im Rasen oder in der Wiese

ohne Baumscheibe. Da die Gräser Nährstoffe und Wasser entziehen, wären jedoch gerade hier größere Baumscheiben mit Mulchabdeckung im Sommer sinnvoll. Dies trifft besonders auf Buschbäume von schwachwachsenden Veredlungsunterlagen zu. Steht Kompost zur Verfügung, können bei Beerenobst jährlich 2 Liter auf die Baumscheibe

(Durchmesser ca. 1 m) verteilt, bei Kern- und Steinobst 4 Liter. Für den zu ergänzenden

Stickstoff ergeben sich folgende Werte:

 

 

Obstart

 

Düngung mit
  organischen Düngern

 

Düngung mit
  mineralischen Düngern

 

 

Steinobst

(Kirsche,
  Zwetschge)

 

 

100 - 140 g
  Hornmehl pro Baum:

Ende März bis Anfang
  April leicht

einarbeiten

 

 

50 - 70 g
  Kalkammonsalpeter pro

Baum in 2
  Teilgaben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Kernobst

(Apfel, Birne)

 

 

70 - 100 g Hornmehl
  pro Baum:

Ende März bis
  Anfang April leicht

einarbeiten

 

 

35 - 50 g Kalkammonsalpeter
  pro

Baum in 2
  Teilgaben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Beerensträucher

(Johannisbeere,
  Himbeere,

Brombeere)

 

 

100 g Hornmehl pro
  Strauch:

Ende März bis
  Anfang April leicht

einarbeiten

 

 

50 g
  Kalkammonsalpeter pro

Strauch:

Ausbringung im
  April

 

 

 



Wird auf Kompostgaben verzichtet, so sind kalibetonte mineralische oder organisch-mineralische Volldünger erforderlich:

 

 

Obstart

 

Düngung mit
  organischen

Düngern

 

 

Düngung mit
  mineralischen

Düngern

 

 

Steinobst

(Kirsche,
  Zwetschge)

 

 

150 - 200 g
  Hornoska pro Baum

in 2 Teilgaben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

100 - 130 g
  Blaukorn pro

Baum in 2
  Teilgaben:

1. Gabe Anfang
  April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Kernobst

(Apfel, Birne)

 

 

125 g Hornoska pro
  Baum in 2

Teilgaben:

1. Gabe Ende März
  bis Anfang

April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

70 - 100 g Blaukorn
  pro

Baum in 2
  Teilgaben:

1. Gabe Ende März
  bis Anfang

April und

2. Gabe Ende Mai

 

 

Beerensträucher

(Johannisbeere,
  Himbeere,

Brombeere)

 

 

100 g Hornoska pro
  Strauch:

Ende März bis Anfang
  April leicht

einarbeiten

 

 

80 g Blaukorn pro Strauch

in 2 Teilgaben:

1. Gabe Ende März,
  Anfang April

2. Gabe Ende Mai

 

 

 

Düngung von Streuobstbäumen

 

Gut gepflegte und wüchsige großkronige Streuobstbäume benötigen mehr Dünger als die bei den kleinen Baumformen oben angegebenen Werte. Dabei ist zu berücksichtigen, ob die Bäume jährlich eine gute Zuwachsleistung haben. Ist dies der Fall, so wird mindes stens die fünffache der oben angegebenen Menge unter dem ganzen Baum verteilt. Bei geringem Triebzuwachs kann bis zur zehnfachen der oben angegebenen Menge gestreut werden.

Dabei nehmen auch die Pflanzen der Wiese einen Teil des Düngers in Anspruch. Wird Grasschnitt entfernt, entzieht man der Fläche Nährstoffe. Dagegen sind Laub, das bis Frühjahr verrottet, und andere organische Substanzen zusätzliche Nährstoffquellen.

 

Standardbodenuntersuchung zur Kontrolle

 

Alle 4 Jahre ist eine Standardbodenprobe einschließlich Magnesiumuntersuchung sinnvoll, um die Entwicklung der Nährstoffgehalte im Boden zu beurteilen. Der von den Untersuchungslabors mitgelieferte Gartenpass gibt Hinweise zur umweltgerechten Düngung.



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