Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.
Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.

Das Gartenjahr im Jahresrückblick 2012

 

 

Jedes Gartenjahr ist anders, aber immer geprägt vom Wetter. Es hat den größten Einfluss auf Schädlingsbefall, Wachstum und Ernte. So auch 2012, wo wir im Gemüsegarten, im Ziergarten und auch im Obstgarten dies hautnah erfahren durften.

 

 

Ein Winter mit nachhaltigen Folgen

 

Anfang Februar brachte ein Hochdruckgebiet trockene und kalte Luft nach Deutschland. Der kälteste Februar seit 25 Jahren vernichtete viele Pflanzen. Besonders betroffen waren Kübel-pflanzen, selbst dann, wenn sie über einen Winterschutz verfügten. Temperaturen unter minus 20° C, und das über einen längeren Zeitraum, richteten nicht nur Exoten im Garten zu Grunde. In Mittelbaden zeigte sich, wie gravierend Kahlfröste einwirken. Weil kein Schnee lag, drang der Frost schnell und bis zu 50 cm tief in den Boden ein. Die Folge war Frosttrockenheit, besonders an immergrünen Pflanzen, wie dem Kirschlorbeer oder allen Eyonimus-Sorten. Erschwerend kam hinzu, dass der Dezember und der Januar zuvor relativ mild waren. Dieses Schockfrosten im Februar schadete vielen ansonsten robusten Pflanzen. Im Herbst haben wir auf dem Rotenfelser Friedhof Mispel gepflanzt. Diese hat es besonder erwischt. Etwa 80% der Pflanzen hatten diesen strengen Winter nicht überlebt und mussten erneuert werden. Auch ältere Pflanzen litten sehr.

Frostschaden an Kirschlorbeer

An vielen immergrünen Hecken sind ganze Triebe erfroren. Oft blieb gar nichts anderes übrig als die Pflanzen zu roden oder sehr stark zurückzuschneiden. Dieser Witterung wird aber auch zugeschrieben, dass Wespen, Asiatischer Marienkäfer und Blattläuse in diesem Jahr in ge-ringerem Maße auftraten als sonst. Dort wo seit einigen Jahren Kirschfruchtfliegen, Pflaumen- und Apfelwickler die Ernte verderben, gab es mal wieder madenfreie Früchte - vermutlich eine Folge der Kahlfröste.

 

Lädierte Ziergehölze

 

Rosen und Hibisken litten noch den ganzen Sommer. Sie trieben zwar aus, blieben aber im Austrieb stecken. Ursache war wiederum die Februarkälte. Die durch Frost brüchig gewor-

denen Leitungsbahnen, konnten dem steigenden Druck in den Zellen nicht standhalten. Auch robuste Rosen froren stark zurück. Winterharte Gehölze im Kübel traf es besonders. Japanische Ahorne überstanden diesen Winter in Töpfen nicht, weil sie besonders für Wurzelfrost empfindlich sind. Da half nicht mal das Einpacken des Wurzelraumes. Es wird daher empfohlen, bei Tempe-raturen unter minus 8° C, Laubgehölze im Kübel in einem Schuppen oder einer Garage vor dem Frost zu sichern. Allerdings darf dort das Gießen nicht vergessen werden.

Buchsbaumzünsler

Ein trockener Frühling und ein mäßiger Hochsommer

 

Wie in den letzten Jahren war der Frühling in unserer Region zu trocken. Die Gartenbestellung war zwar dadurch einfacher, aber ohne Zuführung von Gießwasser hatten es viele Pflanzen schwer. Der Sommer begann mit wechselhaftem Wetter. Dies begünstigte Pilzerkrankungen, wie Schorf an Apfel und Birne, aber auch Bakteriosen, wie Feuerbrand. Pflanzenschutzexperten sprechen zudem von einem Mehltaujahr.

 

Doch es gibt auch viel Gutes zu berichten. Der Phlox und andere Prachtstauden blühten so lange und so schön wie nie. Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten war, zumindest bei einer Überdachung oder bei weitem Pflanzabstand kaum ein Thema, so dass bis in den Herbst geerntet werden konnte. Gute Erfahrungen konnte man 2012 mit den resistenteren Sorten wie zum Beispiel "Philovita" machen. Wenn andere Freilandtomaten schon lang von der Krautfäule befallen waren, hielten sich dies Pflanzen recht robust.

 

Aufgrund der kühlen Temperaturen im Juni ließen Gurken und Zucchini auf sich warten, doch im Sommer bildeten sich reichlich Früchte. Mehltau war allerdings ein Problem, vor allem dort, wo die Pflanzen zu dicht standen.

Krautfäule an Tomaten

Die Beerenernte war zufriedenstellend. Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren gab es ausrei-chend. Faulige und vom Grauschimmel befallene Früchte gab es wenige.

 

Auch Kirschbäume hatten teilweise einen schönen Ertrag. Bei den späten Sorten war jedoch ver-einzelt Madenbefall vorhanden. Die Zwetschgen und Mirabellen waren jedoch im Ertrag eher un-terdurchschnittlich. Die Apfelbäume hingegen hingen teilweise bis zum Astbruch voll. Es gab viele aber auch große Äpfel. Leider bildete sich bei besonders großen Exemplaren Stippe. Sie führt zu Einbußen im Geschmack. Stippe erkennt man an stecknadelkopfgroßen braunen Stellen im Fruchtfleisch oder an glasigen Flecken im Apfel.

 

Wer Blumen im Garten hatte durfte sich besonder an den Korbblütlern freuen. Tagetes, Ringel-blumen, Zinnien und vor allem Sonnenblumen brachten Farbe und jege Menge Insekten in den Garten. Deren Summen und Brummen war den ganzen Tag nicht zu überhören.

Ringelblumen

Die Monate August und September bescherten uns sonniges und warmes Wetter. Herbsthim-beeren schmeckten noch im Oktober. Auch späte Weintrauben reiften gut aus. Der goldene Herbst kam den meisten Pflanzen zu Gute, weil die Triebe der Gehölze ausreifen konnten.

 

Ein früher Wintereinbruch mit Kälte und Schnee beendete frühzeitig das Obst- und Gartenjahr. Manche empfindliche Früchte wie z. B. Kürbisse, die nicht rechtzeitig vor dem Frost geschützt wurden, überlebten diesen Kälteeinbruch nicht. Endiviensalat litt sehr und das Putzen wurde dadurch mühsam.

 

Alles in allem betrachtet, war das Obst- und Gartenjahr 2012 zufriedenstellend. Für uns als Hobby-Anbauer bot sowohl der Garten als auch die Obstwiese einen durchnitlichen Ertrag mit ein paar Läusen an den Salatwurzeln, mit dem ein oder anderen Wurm im Apfel, mit kleineren und größeren Karotten und auch mit Krautköpfen, die vielleicht außen etwas verfressen waren. Aber gerade das macht das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten aus. Da weiss man halt wo es herkommt.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen auch für das Jahr 2013 wieder viel Freude im eigenen Garten.

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