Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.
Obst- und Gartenbauverein Bad Rotenfels 1930 e.V.

Pflanzaktion zur Erhaltung der Streuobstwiesen im vorderen Murgtal

Die Entstehung der Streuobstwiesen im Murgtal geht auf Markgraf-Wilhelm von Baden zurück, der in Rotenfels ein landwirtschaftliches Mustergut betrieb. Er betrieb dort Viehzucht und lies auch viele Obstbäume pflanzen. Um die Wiesen und Felder weiterhin bewirtschaften zu können, wurden überwiegend hochstämmige Bäume gepflanzt. Diese Tradition hat sich bis heute im Murgtal erhalten. Leider fielen der Bebauung viele Obstwiesen zum Opfer. Umso wichtiger ist der Erhalt der bestehenden Flächen.

Neben dem Erholungswert bei einem Spaziergang ist vor allem der ökologische Wert von großer Bedeutung. Auf den meist extensiv bewirtschafteten Wiesen gedeihen viele verschiedenen Pflanzen wie zum Beispiel der gewöhnliche Frauenmantel, der große Wiesenknopf, der gelbe Hohlzahn, die Herbstzeitlose, der Löwenzahn, die Schafgarbe, das Wiesenschaumkraut oder die wilde Möhre. In den Streuobstwiesen findet man oft mehrere tausend Tierarten, wie Insekten, Käfer, Hummeln und Bienen, aber auch Spinnen und Tausendfüßler. Viele Vögel finden hier Heimat und Zuflucht, so beispielsweise der Gartenbaumläufer, das Rotschwänzchen, verschiedenen Meisen, der Wiedehopf, der Neuntöter das Rotkehlchen und viele Spechtarten. Auch Eulen und Greifvögel sind hier zu finden. Fledermäuse, Gartenschläfer, Siebenschläfer, Mauswiesel, Igel und Feldhasen sind nur einige Säugetiere, die hier ihren Lebensraum haben.

Die Streuobstwiesen des Murgtals bilden zwischen der Industrie- und Wohnbebauung und den ausgedehnten Wäldern eine einzigartige Kulturlandschaft, die allerdings gepflegt werden will. Dazu gehört unter anderem das Mähen oder Abweiden um die Artenvielfalt der Flora nicht zu gefährden. Damit eine gute Bewirtschaftung möglich war, hat man deshalb überwiegend hochstämmige Obstbäume gepflanzt. Diese haben den Vorteil, dass man darunter mähen kann und bei starkem Obstbehang die Äste und Früchte nicht auf dem Boden liegen. Heute werden viele Wiesen von Landwirten maschinell gemäht. Bei den großen Maschinen, die hier meist im Einsatz sind, ist es auch wichtig, dass der Abstand zwischen Boden und Ästen groß genug ist. Sonst muss der Landwirt zu viel Abstand halten und unter den Bäumen wächst schnell Wildwuchs.  

Der Nachpflanzung und Pflege der Obstbäume kommt auch eine große Bedeutung zu. Je nach Obstart und Sorte erreichen Bäume ein Lebensalter zwischen 30 und 200 Jahren.  Bei Äpfeln beispielsweise geht man von 60 – 80 Jahren aus, robuste Birnbäume oder auch Kirschen, können bei guter Wasserversorgung schon 200 Jahre alt werden. Wenn man bedenkt, dass ein Obstbaum aber etwa 10 – 15 Jahre braucht, bis er sich zu einem halbwegs stattlichen Baum entwickelt hat, so sollte man rechtzeitig ans Nachpflanzen denken. Da der wirtschaftliche Anreiz heute nicht mehr in dem Maße gegeben ist, wie noch vor 50 – 100 Jahren, haben es sich Gemeinden und Landkreise zur Aufgabe gemacht, den Streuobstbau zu fördern und zu unterstützen. Obst- und Gartenbauvereine sind hier meist das Bindeglied zwischen den Behörden und den Flurstücksbesitzern.

Seit etwa 25 Jahren führt der Bad Rotenfelser Obst- und Gartenbauverein Hochstammpflanzaktionen durch, die immer bezuschusst wurden. So konnten in der Winkler Vorbergzone etwa 2000 Obstbäume gepflanzt werden, die helfen den Bestand zu sichern und das Überleben der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt zu schützen.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Gaggenau, dem Landkreis Rastatt und dem Arbeitskreis Umwelt und Natur soll nun eine Aktion über die Gemarkungsgrenzen von Bad Rotenfels hinaus gestartet werden. Ziel ist es im Winter 2014/2015 400 Obstbäume um Gaggenau und um die Stadtteile herum zu pflanzen um den Bestand zu erhalten.

Wer sich an dieser Aktion beteiligen möchte, kann aus einem Sortiment robuster und in der Vorbergregion gedeihender Baumsorten wählen und die Bäume dann auf seinem Wiesengrundstück pflanzen. Zur Auswahl stehen:

Äpfel: Brettacher, Gewürzluiken, Glockenapfel, Goldparmäne, Grafensteiner, Hauxapfel, Jakob Fischer, Jonagold, Kaiser Wilhelm, Melrose, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Rheinischer Bohnapfel, Ulmer Polizeiapfel, Winterprinzen und Winterrambur.                                                                             

Birnen: Conference, Gräfin von Paris, Gute Luise, Herzogin Elsa, Packhams, Triumph von Vienne, Novemberbirne, Williams gelb und Williams rot.                                                         

Zwetschgen: Auerbacher, Bühler, Ersinger, Hauszwetschge, Mirabelle und Reneclaude                        

Kirschen: Burlat, Early Korvik, Große schwarze Knorpel, Hedelfinger, Kordia, Napoleon und Regina.

 

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